Trübe Tage – trübe Gedanken? Herbst-/Winterdepressionen

By | 1. Oktober 2013

Trübe Tage – trübe Gedanken? Winterdepressionen

Folgendes Gedicht von Stefan Zweig (1881-1942) beschreibt ganz gut diese Stimmung, die uns derzeit beschleichen will:
 
 
 
 
 
Graues Land
Wolken in dämmernder Röte
droh’n über dem einsamen Feld.
Wie ein Mann mit trauriger Flöte
geht der Herbst durch die Welt.
Du kannst seine Nähe nicht fassen,
nicht lauschen der Melodie.
Und doch: in dem fahlen Verblassen
der Felder fühlst Du sie.

Kurze, kalte Tage, die wir drinnen bei der Arbeit verbringen (nachdem es uns morgens einige Überwindung gekostet hat, das warme Bett zu verlassen) und lange Nächte. Selbst die Nächte scheinen dunkler zu sein, als im Sommer. Das drückt auf die Stimmung, bremst unseren Tatendrang, wir fühlen uns eher schlapp. Es mag durchaus naturgegeben sein, dass in der kälteren Jahreszeit unser Energiepegel herunterfährt. Nur passen sich die Anforderungen, die an uns gestellt werden, nicht an diesen natürlichen Rhythmus an; es ist uns nicht möglich, wie die Bären, Murmeltiere oder Igel einen Winterschlaf oder zumindest eine Winterruhe zu halten. Und wir sollten auch nicht der Versuchung erliegen, unser erhöhtes Schlaf- und „Wellness“-Bedürfnis mit Schokolade und Co. zu kompensieren. Wobei, hin und wieder ein gutes Stück Schoki oder ein heißer Kakao – das hat schon was Anregendes. Ab und zu einen Gang runterzuschalten, ist absolut legal (das haben wir uns verdient); wenn aber ein Tiefpunkt dem nächsten folgt, und sich dieser Zustand bis ins Frühjahr hinein zieht, spricht man von einer Winterdepression. Bei dieser saisonal-affektiven Störung (SAD, Seasonal Affective Disorder) kann es neben den bereits genannten Symptomen wie erhöhtes Schlafbedürfnis, Antriebslosigkeit, Heißhunger auf Süßes und Fettiges zu einer permanent bedrückten Stimmung, Ängstlichkeit und Konzentrationsschwierigkeiten kommen.
Geschätzt plagen sich jährlich 400.000 Menschen mit diesem „Winter-Seelen-Blues“.

Angesichts der Tatsache, dass die Winterdepression vor allem durch den jahreszeitbedingten Lichtmangel ausgelöst wird, wäre sich in seinem „Bau“ zu verkriechen äußerst kontraproduktiv!
Weniger Licht bedeutet eine geringere Produktion des Glückshormons Serotonin. Dunkelheit dagegen lässt den Melatonin-Spiel ansteigen, Melatonin – das Schlafhormon, das müde Männer/Frauen noch müder macht!

Was ist also zu tun?

Es gibt nur eines, das besser ist, als täglich eine Stunde im Freien zu verbringen (Spazieren/zu Fuß zur Arbeit gehen, Radfahren …) und das ist: täglich zwei Stunden im Freien zu verbringen. Auch an dem grauesten Herbsttag beträgt die Beleuchtungsstärke locker über 1.000 Lux und übertrifft damit jede künstliche Raumbeleuchtung (300 bis maximal 500 Lux). So wird die Serotoninproduktion angekurbelt und das Stimmungsbarometer dürfte mit jedem Aufenthalt draußen etwas mehr ansteigen. Durch moderate sportliche Anstrengung steigt die Effektivität, da auch Sport die Ausschüttung des Glückshormones Serotonin provoziert.

Was für Möglichkeiten haben wir noch, um dem saisonalen Seelenblues Kontra zu bieten?

Vielleicht eine vorbeugende Tee-Kur?

Folgende Kräutermischung, die wir gerne für Sie zubereiten, hat durch ihren reinigenden und stoffwechselanregenden Effekt eine positive Wirkung, nicht nur auf Winterdepressionen, sondern auch Hautunreinheiten und rheumatische Beschwerden betreffend:

20 g Löwenzahnkraut und -wurzel
10 g Brennesselblätter
10 g Ackerschachtelhalmkraut
5 g Birkenblätter
5 g Hagebuttenfrüchte

Jeweils 2 Teelöffel der Mischung mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Wir empfehlen drei Tassen täglich über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen zu trinken.

Äußerst wirkungsvoll, weil stimmungsaufhellend, ist Johanniskraut. 2 gehäufte Teelöffel mit ¼ Liter Wasser zum Kochen bringen. Nach 10 Minuten abseihen. Zwei bis drei Tassen täglich sollten getrunken werden, sprechen Sie uns betreffend der individuell erforderlichen Dosierung an.
Wichtig: Die Wirkung von Johanniskraut entfaltet sich verzögert, nach zwei bis drei Wochen – jetzt, im Oktober ist genau der richtige Zeitpunkt, um mit der Teekur zu starten.

Mineralien gegen SAD

Vieles, was Feld und Garten jetzt für uns bereithalten, schützt uns vor Trübsal:
Eisen findet sich unter anderem in Hagebutten, Linsen, Feldsalat, Brenneselblättern, Rotkohl, Roten Beeten.
Kalium ist gut für Herz und Nerven. Pflaumen, Birnen, Karotten, Kartoffeln, Grünkohl, grüne Bohnen, Haselnüsse, Erdnüsse und Mandel liefern das wertvolle Mineral.
Magnesium, dem neben seiner krampflösenden auch eine stress-reduzierende Wirkung zugeschrieben wird, ist enthalten in Vollkornreis, Weizenkeimlingen, Hafer, weißen Bohnen und Linsen, in Gurke und Rettich, Erdnüssen, Mandeln, Cashewkernen und Paranüssen.

Die Sinne erfreuen

Wenn draußen alles im Grau versinkt, sind unsere Sinne besonders dankbar für ein bisschen „bunte Welt“. Sei es eine sommerfrisch duftende Bettwäsche, eine schöne, leuchtende Tischdecke, vielleicht mit floralem Design – das alles kann zwar nicht das Strahlen der Sonne ersetzten, aber es gaukelt unserem Gemüt dahingehend ein bisschen was vor. Und: Kochen Sie bunt – dann sind auch automatisch die oben aufgeführten Mineralien enthalten!

Eine dufte Sache …

… sind Aromaöle für die Duftlampe, als Körperöl oder für’s Badewasser! Orange oder Zitrone, Rosenholz, Patchouli, Geranium, Neroli, Rosenholz, Eisenkraut, Bergamotte, Lavendel und Co. sorgen dafür, dass die Melancholie verduftet.
 

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