Heilungschance wachsen bei Osteoporose

By | 1. Februar 2013

Jeder 10. Deutsche über 50 leidet im Alter unter Osteoporose, besonders Frauen sind davon betroffen. Osteoporose, zu Deutsch auch Knochenschwund macht sich durch häufige Brüche, vor allem im Bereich der Oberschenkel und der Hüften und Schmerzen in den Knochen bemerkbar.

Ständige Baustelle: Unsere Knochen

Ursache dafür sind sogenannte Osteoklasten. Diese knochenfressenden Zellen sorgen bei einem gesunden Menschen dafür, dass Knochenauf- und abbau im Gleichgewicht bleiben, denn jeder Knochen ist eine permanente Baustelle: Während die Osteoblasten neues Knochenmaterial aufbauen, schaffen die Osteoklasten die Entsorgung überschüssigen Knochenmaterials. Bereits im Mutterleib beginnt der kontinuierliche Knochenaufbau und erreicht im Erwachsenenalter seinen Höhepunkt: Zwischen dem 30. und 35. Lebensjahr erreichen die menschlichen Knochen ihre größte Masse, die sogenannte “Peak Body Mass“.

Wendepunkt Wechseljahre

Eng mit diesem Kreislauf verbunden sind die menschlichen Sexualhormone Testosteron und Östrogen, sie hemmen die Produktion der knochenfressenden Zellen. Bei Frauen sinkt jedoch, anders als das Testosteron bei Männern, der Östrogenspiegel während der Wechseljahre rasch ab, dadurch werden mehr knochenfressende Zellen produziert und die Knochen verlieren an Masse und werden brüchig. Gleichzeitig wird aus den Knochen Kalzium freigesetzt und erhöht den Kalziumspiegel im Blut: Der Körper reagiert mit einer verminderten Kalziumaufnahme aus dem Darm.

Östrogen und Testosteron spielen eine wichtige Rolle bei der Anlagerung von Kalzium an den Knochen; ein Mangel an Vitamin-D, das auf der Haut durch Sonnenlichteinstrahlung gebildet wird, verhindert, dass der Darm überhaupt genug Kalzium aus der Nahrung aufnehmen kann. Dieser Mineralstoff bildet einen elementaren Teil der Knochenmasse und ist vor allem in Milchprodukten enthalten.

Risikofaktoren

Bewegungsmangel und das Eintreten der Wechseljahre vor dem 45. Lebensjahr begünstigen das Auftreten von Osteoporose.

Man unterscheidet zwischen einer primären, altersbedingten Osteoporose und einer sehr viel selteneren sekundären Erscheinungsform, die als Folge angeborener Stoffwechselerkrankungen auftritt. Mehr als 95 % der Betroffenen leiden unter der primären Form, 80 % davon sind Frauen.

Weitere Faktoren erhöhen das Risiko an Osteoporose zu erkranken: Jahrelanger Alkohol- und Nikotingenuss, chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Essstörungen, in deren Folge der Darm nicht genügend Kalzium aufnehmen kann, das der Körper für den Knochenaufbau benötigt. Auch einige Psychopharmaka wie beispielsweise Lithium können die Knochenauflösung beschleunigen, ebenso wie Schilddrüsenmedikamente oder eine anhaltenden Kortisontherapie (sogenanntes Cushing-Syndrom).

Der Schlüssel zur Heilung: Eiweiße

Ein Forscherteam aus Deutschland und Österreich veröffentlichte nun im Fachjournal “Nature Medicine“ eine Studie, die zeigt, dass die entscheidende Rolle im Krankheitsverlauf nicht die Hormone, sondern bestimmte Eiweiße einnehmen. Diese lagern als Rezeptoren auf den Oberflächen der knochenarbeitenden Zellen. Das wichtigste davon ist das sogenannte RANK-Eiweiß. Lagert sich an diesem Eiweiß ein weiteres Eiweiß, das Signaleiweiß CCR2 an, werden vermehrt Osteoklasten gebildet – unabhängig vom Hormonspiegel.

Diese Erkenntnis könnte in erster Schritt zur Prophylaxe und Heilung von Osteoporose sein – eine Krankheit, die jährlich allein in Deutschland bis zu 5 Milliarden Euro an Behandlungskosten verursacht.

 

 

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