Im Therapeuten-Dschungel: Wie finde ich den richtigen?

By | 1. Mai 2009

Viele Gründe, sich einen Therapeuten zu suchen.
Gründe für eine seelische Not, mit der man alleine nicht mehr zurechtkommt, gibt es viele. Der eine hat Angst, das Haus zu verlassen, der nächste hört Stimmen, wieder ein anderer leidet unter Zwangshandlungen. Andere wiederum haben Depressionen, verletzen sich selbst oder brechen dauernd Beziehungen ab. Doch einfach im Telefonbuch nachschlagen und den nächstbesten Therapeuten heraussuchen will man auch nicht. Zu groß ist die Angst, sich einem Fremden zu offenbaren. Doch wie findet man nun den richtigen Therapeuten?

Die Ausbildung unterscheidet die Therapeuten.
Grundsätzlich gibt es Psychiater und Ärzte, welche Psychotherapeuten sind und Psychologen, die Psychotherapeuten sind, wie auch andere, beispielsweise Heilpraktiker mit einer psychotherapeutischen Ausbildung. Psychiater haben Medizin studiert und sich dann auf Psychiatrie spezialisiert, manche haben eine psychotherapeutische Zusatzausbildung. Der Psychiater behandelt den Patienten oft mit Medikamenten, was bei manchen Erkrankungen durchaus wichtig sein kann. So können Medikamente Ängste lösen, Psychosen abklingen lassen und Depressionen heilen. Wer dagegen das Gespräch sucht, sollte zu jemandem gehen, der eine psychotherapeutische Ausbildung hat. Die Berufsbezeichnung "Psychotherapeut" ist in Deutschland geschützt, erhalten kann sie nur, wer eine mehrjährige psychotherapeutische Ausbildung besitzt, die meist nach einem Psychologie- oder Medizinstudium absolviert wird.

Auch die Methoden sind unterschiedlich
Nicht nur ihre Ausbildung unterscheidet Therapeuten, auch ihre Methoden. Von den Krankenkassen generell anerkannt sind meist zwei Methoden: die psychoanalytische Herangehensweise an Probleme und die verhaltenstherapeutische. Um es vereinfacht darzustellen: Die psychoanalytische Herangehensweise untersucht die Ursache der Probleme – warum hat der Patient z. B. eine Phobie vor einer roten Farbe? Die verhaltenstherapeutische Richtung dagegen konzentriert sich nicht auf die Ursache sondern auf die Problemlösung. Der Therapeut stellt hier nicht die Frage nach dem Warum? sondern konzentriert sich darauf, dem Patienten ganz praktisch die Angst vor Rot zu nehmen. Das sind zwei grundverschiedene Herangehensweisen an Probleme und es ist umstritten, welche Methode die erfolgreichere ist. Neben diesen beiden Methoden gibt es noch viele weitere, auf die im einzelnen nicht eingegangen werden kann. Die gesetzlichen Krankenkasse zahlen meist nur die psychoanalytische und verhaltenstherapeutische Therapie, manche private Kasse zahlt auch andere Therapieformen. Man kann sich oft von seiner Krankenkasse eine Liste von Therapeuten in seiner Stadt zuschicken lassen, die von der Krankenkasse anerkannt sind.

Erst Schnuppersitzungen, dann gemeinsames Arbeiten
Hat man sich für eine Richtung entschieden, kann man den Therapeuten anrufen, um eine erste Sitzung zu vereinbaren. Viele Therapeuten haben jedoch eine Wartezeit von mehreren Wochen oder Monaten. Achten Sie bei der ersten Sitzung vor allem darauf, dass die „Chemie“ stimmt und Sie sich wohlfühlen. Besprechen Sie mit dem Therapeuten ihr Problem. Wie wird er mit Ihnen das Problem bearbeiten? Danach werden Probesitzungen vereinbart, meist 5 Stunden, in denen man überprüfen kann, ob man miteinander arbeiten kann. Erst wenn danach beide Seiten, auch der Therapeut, einverstanden sind, wird bei der Krankenkasse ein Antrag auf Therapie gestellt, und die Kasse genehmigt dann eine gewisse Anzahl von Stunden. Wenn Sie sich nach den 5 Stunden unwohl fühlen, können Sie auch noch den Therapeuten wechseln.

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