Endlich ist der neue Erdenbürger angekommen – und dann: Baby Blues!?

By | 1. August 2013

Endlich ist der neue Erdenbürger angekommen  – und dann: "Baby Blues"!?

Leider nichts Außergewöhnliches: Ungefähr 50 bis 70 Prozent der Mütter erleben in den ersten Stunden und Tagen nach der Geburt ihres Kindes wider Erwarten kein Hochgefühl, sondern das exakte Gegenteil davon; es ist zum Heulen. Und weil das so gar nicht zu den Erwartungen (weder zu den eigenen, noch zu denen der anderen) passt, stellen sich auch noch Schuldgefühle ein. Doch selbst, wenn die Empfindungen Achterbahn fahren – peinlich muss das keiner Frau sein, nach dieser ereignisreichen Zeit, die sie unmittelbar hinter und direkt vor sich hat.
Was ist da los? – Ursachen und Wirkung
Die Hormone spielen verrückt, das Leben hat sich radikal verändert, plötzlich ist da diese große Verantwortung für ein kleines Menschlein (und letztendlich ist die Mutterschaft der endgültige Beweis dafür, dass man selber erwachsen geworden ist)! Oft liegen auch eine Reizüberflutung und fehlende Ruhe/Schlafmangel vor und eine nicht zu unterschätzende physische Erschöpfung. Empfindlichkeit, Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, Unzufriedenheit, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Versagens- und Schuldgefühle, Antriebs- und Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen bestimmen die „Heultage“.
Auch Eisenmangel, Schilddrüsenfehlfunktionen und Komplikationen bei der Geburt können leichte Wochenbettdepressionen begünstigen.
Ist das noch normal?
So unangenehm sich das „Postpartale Stimmungstief“ für die Betroffenen auch anfühlt – es ist nichts Außergewöhnliches! Diese subdepressive Stimmungslage kann sich bereits innerhalb von Stunden aufhellen, nach längstens einer Woche sollte sie abgeklungen sein.
Prophylaxe – ist es möglich, vorzubeugen?
Ein stabiler sozialer „Background“, ein verständnisvolles Umfeld, Unterstützung durch Freunde, Familie und den Partner verringern das Risiko, nach der Entbindung in ein „Depri-Loch“ zu fallen – wobei sich übertriebene Fürsorge leider auch ins Gegenteil kehren kann, so diese manchmal das Gefühl des eigenen „Versagens“ provoziert. Es steht einer frischgebackenen Mutter durchaus zu, penetrante Unterstützung und wohlgemeinte Ratschläge etwa der Oma-Generation in die Schranken zu weisen: „Lieb von Dir, aber um das/um die Beschaffung des … kümmere ich mich gern selber.“ Das größte Potential, den „Baby Blues“ zu vermeiden (oder diesen Zustand einigermaßen gelassen zu ertragen) liegt also, wie so oft, in den Frauen selber und in deren eigener Einstellung.
Zunächst sollten sich Schwangere von den Bildern strahlender, glücklicher, ausgeschlafener, gertenschlanker und top-gestylter Mütter mit Wonneproppen im Arm verabschieden. Schwangerschaft und Geburt sind zwar höchst natürlich und zum Fortbestand der Menschheit unverzichtbar, aber das Ganze ist kein Zuckerschlecken. Dieser Umstand wurde zu früheren Zeiten (und heute noch bei Naturvölkern) mit all‘ seinen Höhen und Tiefen akzeptiert, hingenommen. Heute dagegen sind die Ansprüche (vor allem jene, die frau an sich selber stellt) gestiegen. Alles muss wunderbar sein, gut geplant, detailliert vorbereitet … und es wird dabei vergessen, dass die Biologie ihre eigenen Gesetze hat und sich natürliche Vorgänge ungern perfekt managen lassen. Und dass frau nicht „Schuld hat“ wenn nicht alles läuft, wie vorgesehen.
Fazit: Erwartungen herunterschrauben, sich zugestehen, dass zweitens alles ein kleines bisschen anders kommen wird, als man erstens gedacht hat, flexibel bleiben und – vor allem: niemanden etwas vorspielen! Vertrauen Sie auf Ihren sprichwörtlichen „Mutterinstinkt“ – Sie machen schon alles richtig!
Glücksbringer Tee
Mutter Natur hält nicht nur „Prüfungen“ für uns bereit (warum bevorzugt für uns Frauen?) sondern auch Mittel und Kräuter, die Licht in trübe Tage bringen können.
Johanniskraut sieht mit seinen gelben, strahlenförmigen Blütenblättern nicht nur sonnig aus, sondern ist absolut geeignet, unsere Stimmung aufzuhellen. Probieren Sie doch mal folgendes Tee-Rezept:
1 – 2 Teelöffel getrocknetes Johanniskraut (Apothekenqualität) mit ca. 150 ml heißem Wasser (darf nicht mehr kochen) übergießen, zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen.
Ein bis zwei Tassen davon pro Tag werden die Stimmung im Wochenbett heben.
Mit getrockneten Ringelblumen kann man auf gleiche Weise verfahren, auch sie wirken positiv bei moralischen Tiefpunkten. Wir stellen Ihnen hier in unserer Apotheke gerne eine persönliche „Gute-Laune-Tee“-Mischung zusammen.
Auch gut: Kakao und Bananen
Durch den Genuss eines guten Kakao-Getränkes (bei löslichen Fertig-Pulvern darauf achten, dass der Kakao-Anteil mindestens 20 Prozent beträgt) oder ein paar Stückchen „hochprozentiger“ Schokolade hebt sich der Serotoninspiegel – und somit unsere gute Laune.
Ebenfalls positiv auf den Serotoninspiegel wirkt sich das in Bananen enthaltene Tryptophan aus, ein abendlicher Bananen-Milchshake wirkt (vielleicht sogar mit Natur-Vanille verfeinert), auch wegen der Inhaltsstoffe der Milch, durchaus beruhigend.
Falls Sie allerdings die Erfahrung gemacht haben, dass Kakao oder Bananen bei Ihnen auch eine „stopfende“ Wirkung haben, sollten Sie sich an den Tee und die Gewürze halten.
„Happy-Gewürze“
Zimt – bevorzugt Ceylon-Zimt, Stern-Anis und Vanille eignen sich nicht nur zur Geschmacksverbesserung unterschiedlichster Speisen und Getränke, sondern wirken sich erwiesenermaßen positiv auf die Gemütsverfassung aus.
Aufgepasst!
In wenigen Fällen ist es leider mit diesem nur wenige Tage andauernden, unangenehmen aber harmlosen „Baby Blues“ nicht getan. Wenn die Heultage einfach nicht enden wollen, sprich, sich nach mehr als einer Woche immer noch nicht verabschiedet haben, ist medizinischer Rat gefragt, damit sich dieser Zustand nicht manifestiert oder zu einer Wochenbett-Depression (Postnatale Depression) auswächst. Befragen Sie im Zweifelsfalle dazu Ihre Hebamme/Ihren Arzt, die stehen Ihnen mit Erfahrung, mit Rat und Tat zur Seite.
Übrigens, fast tröstlich: Auch der moderne Mann ist vor postpartalen Symptomen nicht gefeit, bei den Herren der Schöpfung werden diese nur weniger wahrgenommen und erkannt. Teilen Sie also den Johanniskraut-Tee mit dem „neugeborenen“ Papa – auch er hat’s nicht leicht.
 
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