Unsere Nase erkennt Bakterien am Geruch

By | 1. Dezember 2012

Unsere Geschmacksnerven sind wichtige Sinnesorgane: Ein besonders bitterer Geschmack bewahrt uns davor, giftige Dinge zu essen, gleiches gilt für extrem sauren Geschmack, der meist verdorbene oder unreife Lebensmittel anzeigt. Unser Körper reagiert mit Widerwillen – wir ziehen die Nase kraus und schütteln uns. Auf diese Weise schützte die Natur unsere Vorfahren in der Natur davor, Früchte oder Wurzeln zu essen, die uns nicht bekamen.

Überlebenswichtig für unsere Vorfahren

Doch unsere Geschmacksnerven können noch viel mehr: Der süße Geschmack zeigt uns Zucker an – hier, so sagt er unserem Gehirn, hier wartet viel Energie. Und für unsere Vorfahren, die Jäger und Sammler, war Energie sehr wertvoll. Salziger Geschmack hingegen wies auf Minerialien hin, die der Körper ebenfalls braucht, um gesund zu bleiben.

Neben diesen vier Geschmacksrichtungen gibt es noch den Umami-Geschmack – das Wort "umami" stammt aus dem Japanischen und heißt so viel wie "würzig" oder "pikant" und passt zu Fleisch und ähnlichem. Über unsere Geschmacksnerven werden Signale an das Gehirn gesendet, das wiederum je nach Geschmack bestimmte Neurotransmitter ausschüttet – die bestimmen, ob uns gefällt was wir schmecken. Dabei spielen bereits die Erfahrungen im Mutterleib eine Rolle – isst eine Mutter gerne Süßes, so schmeckt auch ihr Fruchtwasser danach und das Ungeborene gewöhnt sich daran, ebenso später die Muttermilch.

Bakterien riechen schlecht

Lange wurden Geschmacks- und Geruchssinn als ein zusammengehörender Sinn betrachtet, die Nase sollte nur vorausriechen, was der Mund später schmeckte, ohne dass der Körper damit in Berührung kam. Ein schlechter Geruch warnt uns davor, bestimmte Dinge überhaupt zu probieren. Doch nun fanden Forscher heraus, warum auch die Geruchswahrnehmung wichtig ist: Bestimmte Geruchsnerven können ebenfalls bittere Stoffe erkennen.

Doch das ist nicht alles: Diese Sinneszellen "erschnüffeln" auch Bakterien und sorgen dafür, dass der Körper die Eindringlinge abwehrt. Bestimmte Bakterien docken in der Nase an den Geruchszellen an, die für den bitteren Geruch empfindlich sind. Diese Zellen senden ein Signal an das Gehirn, das die Sekretbildung anregt, um das Bakterium auszuspülen.

In einer Studie testeten die Wissenschaftler nun den Zusammenhang zwischen Geruchssinn und Keimabwehr und kamen zu einem überraschendem Ergebnis: Menschen, deren Geruchssinn eingeschränkt ist, haben auch eine geringere Abwehr gegen Bakterien. Das eröffnet neue Möglichkeiten zur Stärkung der Immunabwehr – ein Nasenspray mit bitterem Geruch oder ein Geruchstest etwa.

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