Vergessener Gesundmacher: Amaranth

By | 1. Februar 2013

Als die Spanier im 16. Jahrhundert Süd- und Mittelamerika eroberten, stießen sie auf eine getreideähnliche Pflanze: Amaranth, die neben Bohnen und Mais das Grundnahrungsmittel der Azteken und Maya war und scheinbar Zauberkräfte besaß: Anspruchslos bezüglich Anbau und Boden verlieh sie den Indianern Kraft und Ausdauer. Verwundert stellten die Conquistadoren fest, dass die Indianer auch nach Jahren der Ausbeutung und Gewalt noch vital blieben und gesunde Kinder zur Welt brachten.

Das Geheimnis der Indianer lag in ihrer Ernährung: Die kleinen Amaranth-Körner versorgten sie mit Eiweiß, Spurenelementen und ungesättigten Fettsäuren. Kein Wunder, dass die Azteken sich sicher waren, dass ihrem Getreide gottähnliche Kräfte innewohnten. Die Spanier fürchteten sich vor den fremden Göttern – und verboten kurzerhand den Amaranth-Anbau.

Renaissance der Unvergänglichen

Nachdem die Pflanze daraufhin fast 500 Jahre in Vergessenheit gerieten, wird sie nun wieder auf vielen Feldern in Lateinamerika und sogar hier in Deutschland angebaut. Die Gründe für diese Renaissance liegen klar auf der Hand: Der Eiweiß- und Mineralstoffgehalt der kleinen Körnchen ist weitaus höher als in jedem Getreide. Die besondere Zusammensetzung der Eiweiße macht es besonders wertvoll, Zink, Kalzium, Eisen und Magnesium sind umfangreich in der Pflanze enthalten. Auch in ihrem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren ist die Pflanze konkurrenzlos.

Glutenfreie Alternative

Doch das ist noch nicht alles: Amaranth wird zwar wie ein Getreide verwendet, botanisch betrachtet ist es jedoch keine Getreideart. Daher enthält es kein Gluten, den Getreidekleber, auf den einige Menschen hochallergisch reagieren. Durch seinen hohen Gehalt an Kohlehydraten kann es daher als vollwertiger Ersatz für andere Getreidesorten gelten.

Amaranth hat bereits in vielfältiger Form Eingang in unsere Lebensmittel gefunden: In Müsli, Riegeln und Gebäck. Es schmeckt leicht nussig und poppt unter Hitze auf. Durch seinen hohen Eisengehalt eignet sich der dauerhafte Verzehr von Amaranth zur Behebung von Eisenmangel und empfiehlt sich daher besonders für Schwangere und Stillende.

Es bleibt zu hoffen, dass sich Amaranth als Bestandteil von Grundnahrungsmitteln weiter durchsetzt, ihr Name lässt es vermuten: Amaranth stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „die Unvergängliche“.

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