Die Psyche im Verdacht: Übelkeit in der Schwangerschaft

By | 1. Februar 2013

Die Psyche im Verdacht: Übelkeit in der Schwangerschaft

Im Fernsehen gilt es oft als eindeutiges Zeichen für eine noch nicht entdeckte Schwangerschaft: Die werdende Mutter muss sich frühmorgens übergeben. Tatsächlich leiden mehr als zwei Drittel aller Schwangeren in den ersten drei Monaten ihrer Schwangerschaft an der sogenannten Morgenübelkeit. Doch bisher suchen Forscher noch nach dem Grund für die verbreiteten Beschwerden am Anfang der Schwangerschaft.

Im Verdacht: Die Psyche

Vor allem in der Psyche liegt wohl eine Ursache für die Schwangerschaft: Zu große Erwartungen oder schwierige Lebensumstände führen zu einem ambivalenten Verhältnis der Mutter zu ihrem Ungeborenen – und der Körper reagiert mit Übelkeit.

Die Hormone fahren Achterbahn

Unter den Hormonen steht besonders das sogenannte hCG-Hormon, das humane Choriongonadotropin, im Verdacht, schuld an der Übelkeit zu sein, denn es wird in den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft in besonders hohem Maße produziert. Es ist verantwortlich für die Ausschüttung des Schwangerschaftshormons Progesteron, das Gebärmutter und Brüste auf ihre kommenden Aufgaben vorbereitet. Doch es wirkt auch an anderen Stellen im Körper: Die Zusammensetzung der Magensäure verändert sich und der Darm arbeitet langsamer, was zu Sodbrennen, Verstopfung und eben auch Übelkeit führen kann. Nach der 14. Woche steigt der Progesteron-Spiegel weiter an, während der hcG-Wert absinkt. Einer hoher hCG-Wert, wie beispielsweise bei Mehrlingsschwangerschaften, scheint also in Verbindung mit der Übelkeit zu stehen.

Darüber hinaus spielen auch der Blutzuckerspiegel, Vitamin – oder Zinkmangel eine Rolle, weshalb die Einnahme von speziell auf die Bedürfnisse von Schwangeren zugeschnittenen Vitaminpräparaten oft eine Verbesserung bringt.

Cleverer Schutzmechanismus der Natur

Forscher vermuten, dass die Morgenübelkeit einen schützenden Effekt auf die Frühschwangerschaft hat: In Verbindung mit dem sensibilisierten Geruchssinn der werdenden Mutter schützt sie den schwangeren Körper vor verdorbenem Essen. Mit dem Ende des dritten Monats verschwinden die Beschwerden meist von selbst, nur in seltenen Fällen kommt es durch die Morgenübelkeit zu behandlungsbedürftigen Schwierigkeiten. Von Hyperemesis gravidarium sprechen Mediziner, wenn sich Frauen mehr als ein Dutzend Mal am Tag übergeben und es in Folge dessen zu Dehydrierung, Gewichtsabnahme, Fieber und Benommenheit kommt. In solchen akuten Fällen ist eine Infusionstherapie notwendig, um Mutter und Kind nicht zu gefährden.

Vorsicht bei Medikamenten

Ein Medikament gegen die Morgenübelkeit gibt es in Deutschland nicht. Generell ist vor allem in den ersten Monaten der Schwangerschaft große Vorsicht bei der Einnahme von chemischen Medikamenten angeraten, um das Ungeborene nicht zu schädigen. Positive Effekte jedoch sind von der Einnahme sogenannter H1-Antihistaminika bekannt, die beruhigend auf das Zentrale Nervensystem wirken. Eine Einnahme dieser Medikamente sollten Sie in jedem Fall mit Ihrem behandelnden Arzt abklären.

Hilfe aus der Natur

Einige einfache Maßnahmen können jedoch Abhilfe schaffen: –

  • Essen Sie noch vor dem Aufstehen eine kleine Mahlzeit im Bett
  • Essen Sie viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt
  • Trinken Sie viel, vor allem Wasser und Kräutertees, um den Flüssigkeitsmangel auszugleichen
  • Gönnen Sie sich und Ihrem Körper Ruhe

Inzwischen gibt es auch besondere Akupunkturverfahren, die gegen die Morgenübelkeit helfen. Sogenannte sea-bands für das Handgelenk wirken genau auf die Akupressurpunkte, die mit der Übelkeit in Verbindung stehen und sind in Ihrer Apotheke erhältlich.

Auch mit der Aromatherapie haben Hebammen gute Erfahrungen gemacht – sprechen Sie uns in Ihrer Apotheke darauf an – wir beraten Sie gerne!

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