Ohren tief reinigen – gute oder gefährliche Angewohnheit?

By | 1. April 2009

Ohren tief reinigen – gute oder gefährliche Angewohnheit?

 

Viele greifen bei der täglichen Körperpflege schon automatisch zum Wattestäbchen, um sich die Ohren zu reinigen. Sie dringen dabei tief in den Gehörgang ein, um ja den ganzen „Dreck“ herauszuholen. Ist das eine gute Hygienemaßnahme, ein übertriebener Reinigungsfimmel oder gar eine ungesunder Angewohnheit? Ist die gelbliche Masse nur „Dreck“? Müssen die Ohren genauso oft von uns gereinigt werden wie unser Haar gewaschen wird?

Das Ohr hat einen Selbstreinigungsmechanismus
Nein, auf keinen Fall sollte man mit Wattestäbchen in den Gehörgang hineingehen. Das ist nicht nötig, denn das Ohr hat einen Selbstreinigungsmechanismus. So wandert die oberste Hautschicht vom Gehörgang nach außen. Sie nimmt Hautschuppen, Schmutz und Ohrenschmalz mit aus dem Ohr, dass deshalb nur äußerlich gereinigt werden muss. Dazu braucht man nur ein Tuch über den kleinen Finger legen, und das Ohr auswischen, ohne in den Gehörgang einzudringen.

Gefährliche Wattestäbchen
Was viele nicht wissen: Eine tiefgehende Reinigung mit einem Wattestäbchen kann sogar schädlich sein. Denn zum einen kann es passieren, dass das Wattestäbchen den Ohrenschmalz tiefer ins Ohr vor das Trommelfell hineinschiebt, zum anderen kann ein Wattestäbchen dadurch auch Trommelfell oder Gehörgangshaut verletzen.

Mit Ohrenschmalzpfropf zum HNO-Arzt
Doch was ist zu tun, wenn man nun das Ohrenschmalz nach hinten vor das Trommelfell geschoben hat und sich ein Pfropf gebildet hat? Da bleibt nur der Gang zum HNO-Arzt, der den Pfropf schonend entfernen kann, indem er ihn z. B. absaugt. Versuchen Sie auf keinen Fall selbst den Pfropf mechanisch zu entfernen, da Sie das Trommelfell schädigen könnten! Es gibt hierfür spezielle Ohrentropfen, die den Pfropfen lösen können.

Schützender Schmalz
Ohrenschmalz wird von Schweißdrüsen und den Haarbalgdrüsen gebildet, die im äußeren Drittel des Gehörgangs sitzen. Doch wozu braucht das Ohr überhaupt das Ohrenschmalz? Der gelbe Schmalz schützt die Gehörgangshaut und hemmt das Wachstum von Bakterien und Pilzen. Es enthält besondere Enzyme, z. B. Lysozym, dass die Zellwände von Bakterien zerstören kann. Schon deshalb sollte man nicht allzu gründlich seine Ohren reinigen.

 

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